Breisach: Ausstellung „Gerald Schwab. Aus Deutschland 1940 vertrieben, mit der US-Army 1944 zurückgekehrt“

Unsere Mitglieds-Gedenkstätte, das „Blaue Haus“ in Breisach, lädt zur gemeinsamen Ausstellung des Museums für Stadtgeschichte Breisach und des Blauen Hauses ein. Diese widmet sich Gerald Schwab, der vor 100 Jahren als Gerhard Abraham Schwab in Freiburg geboren wurde. Seine familiären Wurzeln führen nach Breisach, wo seine Mutter Paula Kleefeld und sein Vater David Schwab geboren wurden und aufgewachsen sind. Der Familie gelang die Flucht in die USA. Von dort kehrte Gerald Schwab 1945 zurück nach Deutschland, um mit der US-Army für die Befreiung Europas von den Nationalsozialisten zu kämpfen. Als nur 20Jähriger wurde er Übersetzer bei den Nürnberger Prozessen bevor er ein Universitätsstudium antrat und später im diplomatischen Dienst der USA stand.

In den Jahren 1945 und 1946 besuchte er die Heimatstadt seiner Eltern und dokumentierte die Zerstörung Breisachs.
Die Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte Breisach zeigt seine eindrucksvollen Fotografien und widmet sich ebenso den familiären Wurzeln und dem Leben Gerald Schwabs.

Das Team des Blauen Hauses ist dankbar, dass Gerald Schwab ihm Fotos und Dokumente anvertraut hat, die er auch mit dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC geteilt hat. Seit 2003 unterstützte er die Bemühungen, das Blaue Haus zu einer Gedenk- und Bildungsstätte aufzubauen.

Die Ausstellung läuft bis zum 8. April 2026.

Der Flyer mit dem Begleitprogramm:
Schwab_richtig

07.12.2025 bis 08.04.2026
Museum für Stadtgeschichte,
Rheintorplatz 1, 79206 Breisach

Offenburg: Sonderausstellung „Was ihr nicht seht!“

Gemeinsam mit Hunderten Schwarzen Menschen in Deutschland macht Dominik Lucha sichtbar, was oft ungesehen bleibt: „Was ihr nicht seht!“ thematisiert auf eindrückliche Weise den Alltagsrassismus, den Schwarze Menschen und People of Color in Deutschland erleben. Wir zeigen seine Sonderausstellung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026.

Seit 2020 können Schwarze Menschen auf dem Instagram-Kanal @wasihrnichtseht anonym von ihren Rassismus-Erfahrungen berichten. Die Sammlung macht deutlich, dass es um weit mehr geht als um individuelle Einzelschicksale: Rassismus ist auch ein strukturelles und institutionelles Problem! Als Ausstellung wird das Projekt auch offline nachvollziehbar und holt die Schilderungen der Menschen ganz nah und unübersehbar in unsere alltägliche Realität. Anlässlich der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ vom 16. bis 29. März und darüber hinaus zeigen wir die Ausstellung in unserem Glashaus.

14. März bis 21. April 2026
Salmen Offenburg,
Lange Straße 52, 77652 Offenburg

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: „…und …“ ein Konzert des Lahrer Ensembles

Die drei Musiker Sascha Armbruster (Saxophon), Herbert Söllner, (Violine) und Tobias Kopf (Kontrabass), beschäftigen sich seit mehr als dreißig Jahren mit der Interaktion von komponierter und improvisierter Musik. Dabei treffen sie auch immer wieder auf literarische Texte und Objekte der bildenden Kunst. Der offene Titel des Konzerts spiegelt die Spontaneität und musikalische Freiheit des Ensembles wider. Damit konnten die drei Musiker mit ihren Gästen bei ihren bisherigen Konzerten in Kippenheim das Publikum immer wieder überraschen!

Sonntag, 12. April 2026
17:00 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim,
Poststraße 18, 77971 Kippenheim

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: „Stiefmütterchen statt Vergissmeinnicht“ – was mit vielen Synagogen geschah, am Beispiel Müllheim im Markgräflerland

In Müllheim ließ man 1968, dreißig Jahre nach der Verwüstung in der Reichspogromnacht 1938, das jüdische Synagogengebäude abreißen. An der Stelle baute man einen Parkplatz und errichtete zur Erinnerung einen Gedenkstein. So wie in Müllheim geschah das mit vielen Synagogen in Deutschland.

Der 2025 gedrehte Dokumentarfilm thematisiert behutsam die Auseinandersetzung mit jüdischem Erbe anhand von Müllheim. Dies macht den Film zu einem wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte, welcher die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wieder lebendig werden lässt. Zeigt aber auch, wieviel persönliches Engagement es braucht, die Erinnerung zu bewahren. Die Filmemacherin Kerstin Pommerenke wird bei der Filmvorführung anwesend sein.

Donnerstag, 16. April 2026
19:00 Uhr
Ehemalige Synagoge Kippenheim,
Poststraße 18, 77971 Kippenheim

ehemalige Synangoge Kippenheim

Kippenheim: Ein Spaziergang durch Kippenheim auf dem Christlich-Jüdischen Weg

Drei Jahrhunderte lebten Protestanten, Katholiken und Juden in Kippenheim und Schmieheim zusammen. Mit der Verschleppung der Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs in Südwestfrankreich erlosch das jüdische Leben in den beiden Dörfern. Die drei Religionsgemeinden prägen mit ihren Kirchen und Synagogen und anderen religionsgeschichtlichen Zeugnissen bis heute das Orts- und Straßenbild beider Ortsteile. Die Doppeltafel mit den Zehn Geboten, den ethischen Grundlagen des Judentums und des Christentums, dienen als Zeichen des christlich-jüdischen Kulturweges. Der Spaziergang beginnt 10.30 Uhr am Parkplatz Querstraße in der Kippenheimer Ortsmitte und endet dort um 12 Uhr.

Samstag, 18. April 2026
10:30 Uhr
Parkplatz Querstraße in der Kippenheimer Ortsmitte

Freiburg: Lesung/Gespräch mit Götz Aly

Götz Aly ist Historiker, Politologe, Journalist und
Hochschullehrer. Er arbeitete für die »taz«, die »Ber-
liner Zeitung« und als Gastprofessor.
Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt und
mit Preisen ausgezeichnet.

2017 erschien seine große Studie über die europäische
Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa
gegen die Juden 1880–1945«. Für dieses Buch erhielt
er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.

2025 hat er mit seinem Buch „Wie konnte das gesche-
hen? Deutschland 1933 bis 1945“ einen Bestseller
verfasst, eine „Erklärfibel“ (taz) zu den politischen und
gesellschaftlichen Umständen des Nationalsozialismus.

Götz Aly signiert ab 18:30 Uhr bereits in der Aula der Universität.

Zum Veranstaltungsflyer:
Flyer DIN lang_Goetz _200326

Dienstag. 28. April
19:00 Uhr
Aula Universität Freiburg
Eintritt frei

Außenansicht des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus in Freiburg

Freiburg: Gespräch – Die Freiburger Familie Nelson

Gespräch mit Caroline Klemm (im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus), Joachim Nelson, Dorothea Scherle (Jüdisches Museum Emmendingen)

In der NS-Zeit wurde die Familie als jüdisch verfolgt. Siegfried und Marie Nelson wurden ermordet, Sohn Gerhard überlebte das KZ Auschwitz und kehrte nach 1945 nach Freiburg zurück. Caroline Klemm, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DZNS, spricht mit dem Nachfahren Joachim S. Nelson und Dorothea Scherle vom Jüdischen Museum Emmendingen über die Geschichte der Familie und die Recherchen zu ihren Biografien.

Die Veranstaltung findet ergänzend zur neuen Sonderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ im Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

Da die Teilnahmezahl ist begrenzt ist, muss ein kostenloses Veranstaltungsticket gebucht werden.

Kostenloses Veranstaltungsticket hier

Dienstag, 28. April
19:30 Uhr
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg,
Rotteckring 14, 79098 Freiburg

Online: Web-Talk Reihe Sommersemester 2026

„Dass Deutschland gewonnen ist und bleibt für Gott“:
Politische Religiosität am Beispiel der Vaterunser-Predigten Friedrich Köllis (1938).
Friedrich Kölli war Pfarrer der Freiburger Ludwigsgemeinde von 1934-41 und leidenschaftlicher kirchenpolitischer Kämpfer für die nationalsozialistischen Deutschen Christen.
Der Web-Talk schaut auf die Sprachstrategien seiner Predigten von 1938.
Gabriele Hartlieb, Pfarrerin Freiburg

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Link zur Teilnahme: https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Zum Veranstaltungsflyer:
5119a26ff_Webtalk_NS_2026

Mittwoch, 6. Mai 2026
20:15 Uhr
Online via BigBlueButton

Online: Web-Talk Reihe Sommersemester 2026

„Spielräume. Katholische Priester des Erzbistums Freiburg in der Kriegs- und Nach-
kriegszeit“
Dr. Johannes Kuber, Akademie der Diözese Rottenburg – Stuttgart

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Link zur Teilnahme: https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Zum Veranstaltungsflyer:
5119a26ff_Webtalk_NS_2026

Mittwoch, 10. Juni 2026
20:15 Uhr
Online via BigBlueButton

Online: Web-Talk Reihe Sommersemester 2026

„…und die Heimat ist es, um die ich Sie ein wenig beneide …“
Berthold Veit an den Nachkriegsoberbürgermeister Wolfgang Hoffmann
Erzwungene Emigration und Deportation am Beispiel der Familie Veit aus Emmendingen und
Freiburg
Sabine Herrle, Freiburg

Die von den Nationalsozialist:innen erzwungene Stärkung der „Volksgemeinschaft“ bedeutete auch in Freiburg und in der Region die Verdrängung und Verfolgung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an Beispielen untersucht werden, wie weit die beteiligten Akteur:innen und die Stadt Freiburg ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben. Die Webtalks beleuchten die NS-Zeit aus unterschiedlichsten Perspektiven und fragen nach den – teilweise unvollständigen oder widersprüchlichen – „Erinnerungsfiguren“ (Jan Assmann), die das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur in Freiburg und der Region bis heute maßgeblich prägen.

Link zur Teilnahme: https://meet.freiburg.de/b/jul-dnq-rkm-soq

Zum Veranstaltungsflyer:
5119a26ff_Webtalk_NS_2026

Mittwoch, 15. Juli 2026
20:15 Uhr
Online via BigBlueButton